Otambula Uganda


Erfahrungsberichte

Daniela, 21, Studentin aus Mainz
Ich habe einen Monat in Uganda verbracht. In diesem Monat habe ich so viele spannende Erfahrungen gemacht, wie zuhause wohl in einem ganzen Jahr nicht. Gleichzeitig habe ich mich trotz all der neuartigen und teilweise verwirrenden Eindrücke gut aufgehoben gefühlt. Der deutschsprachige Betreuer Sean hat mich vom Flughafen abgeholt, mir die Umgebung gezeigt und sich immer gut um mich gekümmert. Das hat mir das Einleben in den ugandischen Alltag erleichtert. Eine zusätzliche Besonderheit an meinem Aufenthalt in Uganda waren die Dreharbeiten eines Videojournalisten von Focus TV. Er hat mich in der ersten Woche begleitet: In den Slum, ins Projekt von Hoffnung Spenden und auf Safari. So habe ich mein anfängliches Willkommensprogramm sozusagen im Schnelldurchlauf erlebt. Dieses Programm bestand aus einer Führung zu den Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe des Praktikantenhauses, einer Feier im Slum, sowie Musik- und Tanzvorführungen von den Jungs im Projekt.
Schon früh habe ich außerdem einen Eindruck von den Kontrasten des Landes gekriegt – Arm und Reich, Stadt und Land, Schwarz und Weiß. „Hello, Mzungu!“, „Mzungu, how are you?“, riefen mir die Leute nach. „Mzungu“, das heißt „weißer, reicher Mensch“. Manchmal hat es mich gestört, so genannt zu werden. Schließlich bin ich - wenn auch weißer und reicher als der Durchschnittsugander - auch nur ein normaler Mensch. Mit der Zeit habe ich mich aber daran gewöhnt. Gleiches gilt für die nicht vorhandene Straßenverkehrsordnung in Kampala und für das afrikanische Zeitgefühl. Sie waren eben Teil des Abenteuers Uganda.
Im Mittelpunkt dieses Abenteuers standen jedoch die Menschen in meinem Umfeld: Der Videojournalist Andi, Sean und die anderen Praktikanten im Haus. Im Slum von Katwe habe ich außerdem viel Zeit mit Yusufu verbracht. Er ist der Sohn des Bürgermeisters von Katwe und engagiert sich stark für mehrere NGOs. Zusammen sind wir oft durch die Gegend gefahren, um Schulgelder zu zahlen, um den kleinen Luuka ins Krankenhaus zu bringen, oder um eine Schule für die geistig behinderte Asha zu finden. Mit Juma und Tadeo habe ich mich auch sehr gut verstanden. Sie sind die Wachmänner im Praktikantenhaus, aber manchmal hat Sean sie auch als Bodyguards mitgeschickt, wenn ich ausgehen wollte. Sie sind beide sehr freundlich, lustig und hilfsbereit. Im Laufe der Zeit sind sie mir zu guten Freunden geworden.
Und schließlich waren da natürlich die Jungs aus dem Projekt: Wasswa, Pascal, Odoto und all die anderen. Sie alle haben in ihrer Vergangenheit schlimme und teilweise traumatische Erfahrungen gemacht. Gleichzeitig waren sie immer freundlich zu mir und geduldige Trommel- und Fußballlehrer. Und genauso wie Uganda selbst tragen sie viele Kontraste in sich – Trauer und Freude, Schwäche und Stärke, Gemeinschaftssinn und Egoismus. Das hat sie für mich so faszinierend gemacht. Sie sind ganz normale Jugendliche, die zur Schule gehen und sich nachmittags mit Freunden treffen und spielen. Und trotzdem ist da viel mehr.
Ich habe meine Zeit in Uganda genossen. Ich war sehr glücklich dort. Natürlich gab es manchmal auch schwierige Momente, aber im Nachhinein gehören sie dazu. Durch sie und die vielen schönen und einmaligen Erlebnisse wurde mein Aufenthalt in Uganda für mich etwas Besonderes. Eben ein Abenteuer.



Michaela, 24, Studentin aus Bremen
Da mich der Kontinent Afrika schon immer interessierte, beschloss ich mein Praxissemester dort zu machen. Ich habe Otambula Uganda im Internet gefunden und mich gleich dafür entschieden. Im Oktober 2008 ging es dann los. Für 4 Monate wollte ich in Uganda bleiben. In Entebbe angekommen, holte mich mein Ansprechpartner Sean vom Flughafen ab. Schon auf der Fahrt nach Kampala musste ich die ganze Zeit über aus dem Fenster schauen, um erste Eindrücke von der Landschaft mitzunehmen. Ich war aufgeregt und gespannt auf das, was mich erwarten würde. Die Unterkunft in Kampala ist einfach, aber nett. Ich kam in einem Doppelzimmer unter und später kam eine nette Zimmergenossin dazu. Sean war eine große Hilfe für mich, denn er erleichterte mir das Einleben, zeigte mir alles (Fahrt mit den Matatus u. Bodas, Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe, die Stadt usw.) und half mir meinen Praktikumsplatz vor Ort zu finden. Im Kitebi Teenage Centre, welches an das dortige Health Centre angegliedert ist, habe ich mein Praktikum absolviert. Ich wurde freundlich aufgenommen und durfte in alle Bereiche hineinschnuppern. Die Arbeit war interessant und abwechslungsreich. In den letzten Wochen meines Aufenthaltes habe ich ein Schulprojekt angenommen, d.h. ich habe ein paar Spendengelder in Deutschland gesammelt und damit geholfen, eine kleine Schule im Slum wieder neu aufzubauen (vorher war es nur eine Wellblechhütte). Damit konnte ich über 60 Schüler und viele Eltern glücklich machen.
Zusätzlich hatte ich die Möglichkeit Sean´s Arbeit im Slum oder im Straßenkinderprojekt zu besuchen und für kurze Zeit in einem Waisenhaus (Babies Home) tätig zu sein.
Während meiner Zeit in Uganda habe ich viele neue Freunde gefunden, u.a. Juma und Tadeo, die mit in der Unterkunft lebten. Ich habe mich super mit ihnen verstanden und die abendlichen Gespräche mit ihnen und deren Freunden sehr geschätzt. Sie halfen mir auch sehr beim Einleben. Natürlich habe ich in den 4 Monaten auch Tourismusorte (Jinja, Entebbe, Murchison Fall Nationalpark, Mount Elgon, Ssese Inseln, Äquator usw.) besucht und davon schöne Erlebnisse mitgenommen. Ich wurde während der ganzen Zeit nie ernsthaft krank und habe das Klima, das Essen, sowie die Malariaprophylaxe gut vertragen. Sicherlich war es mit dem Essen eine Umstellung, aber nach einiger Zeit habe ich mich an einiges gewöhnt und mehr und mehr Dinge entdeckt, die mir schmeckten (ich muss zugeben, dass ich sowieso mit dem Essen schon immer eher wählerisch war). Auch an das Stadtzentrum in Kampala muss man sich erst gewöhnen (chaotische Verkehrssituation, Abgase, Menschenmassen usw.) und daran, dass viele Leute einen ansprechen (oder auch mal anfassen), weil man weiß ist. Trotzdem begegnet die ugandische Bevölkerung einem mit einer freundlichen Art und nicht aufdringlich. Außerhalb vom Stadtzentrum nimmt alles dann eher einen ländlichen Eindruck an, was mir gut gefallen hat. Zudem hat Uganda eine schöne grüne Naturlandschaft.
Alles in Allem hat mir mein Uganda-Aufenthalt sehr gut gefallen. Ich habe viele interessante, schöne und intensive Erfahrungen gemacht. Ich hoffe irgendwann Uganda ein weiteres Mal besuchen zu können.